Besser paddeln

Bereit fürs Drachenboot?

Von der richtigen Paddeltechnik über die Rollen im Boot bis zum perfekten Trainingsplan — hier erfahrt ihr alles, was euch schneller macht.

Die Paddeltechnik

Keine Sorge, jeder fängt mal an! Die Technik ist schnell gelernt — und macht den Unterschied.

Die vier Phasen des Paddelschlags

1

Eintauchen

Oberkörper nach vorne neigen, Paddel möglichst weit vorn senkrecht ins Wasser stechen. Der obere Arm ist gestreckt, der untere greift knapp über der Wasseroberfläche.

2

Zugphase

Mit dem ganzen Rumpf ziehen — nicht nur mit den Armen! Das Paddel wird gerade nach hinten bis zur Hüfte gezogen. Die Kraft kommt aus der Rotation des Oberkörpers.

3

Ausheben

An der Hüfte das Paddel schnell und sauber aus dem Wasser nehmen. Nicht zu weit hinten ziehen — das bremst das Boot!

4

Rückführen

Paddel flach und entspannt nach vorne führen. Diese Phase ist die kurze Erholung — nutzt sie! Dann beginnt der nächste Schlag.

Häufige Anfängerfehler

Nur mit den Armen paddeln

Die Kraft kommt aus dem Rumpf. Dreht den Oberkörper mit!

Paddel zu weit hinten rausheben

An der Hüfte ist Schluss — alles dahinter bremst.

Zu flach eintauchen

Paddel möglichst senkrecht einstechen für maximalen Grip.

Gegen den Rhythmus paddeln

Immer auf die Schlagpaddler (Reihe 1) schauen, nicht auf das Wasser.

Sitzposition & Körperhaltung

  • - Aufrecht sitzen, leicht nach vorne geneigt
  • - Füße fest am Boden oder an der Fußstütze — das stabilisiert
  • - Innenhand oben am Knauf, Außenhand am Schaft
  • - Nicht an der Bordwand anlehnen — ihr braucht freie Rotation

Rollen im Boot

Jede Position ist wichtig — und jede hat ihren eigenen Charakter.

Trommler — Das Herz des Teams

Der Trommler sitzt ganz vorne im Boot und gibt den Rhythmus vor. Er oder sie motiviert das Team, passt die Schlagfrequenz an und ist die Stimme des Bootes. Beim Start zählt der Trommler an, in der Mitte hält er das Tempo, und auf den letzten Metern peitscht er das Team nach vorne.

Steuermann — Kurshalten und Kommandos

Der Steuermann steht hinten im Boot und lenkt mit einem großen Ruder. Er sorgt dafür, dass das Boot geradeaus fährt, gibt taktische Anweisungen und koordiniert Start und Ziel. Ein guter Steuermann spart dem Team wertvolle Sekunden durch eine saubere Linie.

Paddler — Vorne Power, Mitte Stabilität, Hinten Takt

Reihe 1-2 (Schlagpaddler): Geben den Rhythmus vor, den alle anderen sehen und folgen. Müssen extrem gleichmäßig paddeln. Reihe 3-7 (Maschinenraum): Hier sitzen die stärksten Paddler. Sie erzeugen den meisten Vortrieb. Reihe 8-10 (Heck): Halten den Takt, der vom Bug kommt. Stabilisieren das Boot.

So sieht ein gutes Training aus

Ein typischer Trainingsplan für 90 Minuten auf dem Wasser.

1

Aufwärmen an Land

15 Min

Lockeres Joggen, dynamisches Dehnen, Schulter- und Rumpfmobilisation. Das schützt vor Verletzungen und bereitet den Körper vor.

2

Einpaddeln

10 Min

Lockeres Paddeln bei niedriger Schlagzahl. Fokus auf Synchronität — alle schauen auf Reihe 1.

3

Technikübungen

20 Min

Zeitlupen-Schläge (langsam und bewusst), halbes Boot paddelt (rechte Seite / linke Seite), Nur-Rumpf-Übung (ohne Arme ziehen).

4

Rennstrecken-Training

30 Min

Starts üben (3-2-1-Go!), 200m-Sprints bei voller Intensität, Intervalle: 30 Sek Vollgas, 60 Sek locker. Hier wird Wettkampfhärte aufgebaut.

5

Cool-down & Stretching

15 Min

Langsames Auspaddeln, Boot an den Steg. Dann statisches Dehnen: Schultern, Rücken, Rumpf. Ausreichend trinken!

Tipps für euer erstes Training

Die wichtigsten Dinge, die ihr wissen müsst — von Teams, die es schon hinter sich haben.

🎯

Gleichmäßigkeit schlägt rohe Kraft

Jedes Mal. Ein synchrones Team ist schneller als ein starkes, chaotisches. Paddelt zusammen — nicht gegeneinander.

🥁

Hört auf den Trommler

... nicht auf euren Ehrgeiz. Wenn der Trommler "ruhig" sagt, dann paddelts ruhig. Er sieht das Gesamtbild.

💧

Sportlich anziehen

Nass werdet ihr sowieso. Sportkleidung, die nass werden darf, und Schuhe mit gutem Halt. Wechselkleidung einpacken!

☀️

Sonnencreme nicht vergessen!

Auf dem Wasser ist die UV-Strahlung stärker als erwartet. Auch bei bewölktem Himmel. Außerdem: Wasser & Snacks mitnehmen.

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